Art of Reading Maps

performativer audio-visueller Stadtspaziergang

Das „Fremde“ in der Stadt wird sowohl durch die Konstellation des Teams von PARCOURS IV adressiert wie auch programmatisch im Konzept: Phänomene der Urbanisierung, Verdichtungs- und Gentrifizierungsvorgänge zentral und an den Rändern werden sowohl aus lokalen als auch globalen Perspektiven betrachtet. „KUNST DES KARTENLESENS“ (Daniel Aschwanden) gibt eine konzeptuelle Outline vor, es wird im Team laborhaft und prozessorientiert gearbeitet, es werden disziplinenübergreifende Ansätze praktiziert und im Fluss evaluiert, angepasst, weiterentwickelt oder verworfen. Die involvierten KünstlerInnen tragen aus ihren jeweils autonomen Positionen zum Ganzen bei.

„Der Prozess kommt vor dem Werk, der Prozess wird das Werk, Schritt für Schritt“schreibt Thomas Ballhausen in seinem durch die Baustellenlandschaft geprägten Text.

So sehr PARCOURS der analoge Gestus des Wanderns zugrunde liegt, fliessen mehrere zeitgenössische experimentelle Formen ein: über die Ansätze elektronischer Musikproduktion, eines über mobilen Server übertragenen und vom Publikum via Mobiltelefon gehörten live Konzertes und Texten in drei Sprachen in der U-Bahn (Matthias Hurtl) genauso wie die Sounds von Soviet Pop und die digitalen Projektionen von Conny Zenk, oder die von ihr gestalteten Plakate als Interventionen im öffentlichen Raum. „Guerilla-Installationen“ aus gefundenem Verpackungsmüll und performative Auftritte des ghanaischen bildenden Künstlers Serge Clottey, Video Textslams seines Landsmannes und Slam-Poeten „Sir Black“ sind Ausdruck des transdisziplinären Ansatzes, eine Choreografie der Medien als Ausdruck der Stadt zu verstehen, und diese selbst als Bühne. Die besuchten Orte zeigen Ausschnitte, weisen auf die Vielfältigkeit dieser Bühne hin und gestatten Einblicke in die fraktalen Mikrouniversen ihrer Bewohner, die selbst nun, nach ihrem eigenen Ermessen, auch als Protagonisten von PARCOURS auftreten.

performtiver audio-visueller Stadtspaziergang
Kollaboration: Daniel Aschwanden, Matthias Hurtl, Soviet Pop, Serge Clottey, Conny Zenk
Dauer: ca. 2h

2013

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