CYBERHEIKEL

Das Hypercycle setzt sich im Cyberheikel fort. Die Partizipation wird zum konstituierenden Moment.

Den Glanz, den die Fahrradmaschine allem Leben gibt, schreibt sie sich selbst sogleich zugute. Das Werk der Geschichte zu machen, beruht auf einer Kunst, die sich ihrer radikalen Distanz zu dem bewusst ist, was sie nachahmt: die Fahrradmaschine, die alles gleichermaßen bedeutsam und bedeutungslos, interessant und uninteressant macht, diese Informations- und Kommunikationsmaschine, die letztenendes die alte velozistische Äquivalenz von Sein und Nicht-Sein herstellt.
Text: Kaiserin & Gratis

Wird die Glaubhaftigkeit von Robotern dadurch erreicht, dass sie vermenschlicht werden und auf Emotionen abzielen, so bietet uns das Fahrrad – eines von vielen Vehikeln – die Möglichkeit über Verlängerungen (der Beine, der Bewegung/en, der Kräfte und Linien) zu sprechen.

Wir, sowohl das Fahrrad als auch die fahrenden Körper, benötigen die Interaktion, aber nicht das Fahrrad braucht uns oder wir das Fahrrad, denn im Moment wo wir uns zusammen schalten und zu einer besonderen Form von Bewegung werden, zu Geräuschen und zum Pulsieren mit und in der Stadt veranlasst werden fragen wir uns noch: Wo bleibt die Politik der Straßen, des Krächzens, der Tonhöhen und Tiefen und der Geräusche.
Text: Ramona Cidej

Weblink: Hypercycle fällt aus

Festival der Regionen

Das Ratschen in Oberösterreich ist seit 2015 von der UNESCO als immaterielles Weltkulturerbe anerkannt. Was bedeutet das Ratschen in der Landschaft heute? Sind es Traditionen, Signalzeichen oder Klänge die vor etwas Warnen? Welche Erinnerungen sind in diesem Klang gespeichert? 2013 war die Region Machland zuletzt von Überschwemmungen betroffen. Seit 2012 gab es Absiedlungen von über 250 Familen- und Bauernhäusern in der Region Perg Strudengau und vor allem in der Nähe von Mitterkirchen und Baumgartenberg. Die Veränderungen in der Landschaft erzählen von den Erinnerungen.

Centriphery – RADschen-Wanderung bewegt sich entlang dieser Grenze und stellt die Frage nach Offenheit gegenüber dem anderen.

Wir bewegen uns am Machland-Damm entlang, einer Grenze zwischen Wasser und Land. Wir überqueren diese Grenze.
Wir hören ein lautstarkes Signal.
Haben wir Angst davor oder nähern wir uns an?
Was können wir erwarten?
Wir stellen die Frage nach Sicherheit und danach was es bedeutet sein zu Hause verlassen zu müssen.
Ein Dialog entsteht in einer Landschaft, die unsere Perspektive verändert und über Grenzen hinweg denken lässt.

What does it mean to be safe?
What does it mean to be on the other side?
What is otherness good for?
How we can open up a dialog to think beyond boarders?

(to come into) a dialog with a landscape
to think beyond boarders
(to listen to) sounds of a known signal

RADschen Wanderung – Centriphery

Centriphery – RADschen-Wanderung lädt das Publikum zu einer spannenden RAD Performance ein, die eine eigene Sichtweise auf die Region und die Landschaft des Machlands entwickelt. Unterschiedliche Orte und Landschaften werden befahren und zur Bühne gemacht. Das Fahrrad, der Rollstuhl oder andere mobile Geräte als Vehikel sind Akteur und Instrument zugleich. Traditionen der Region wie das „Ratschen“, das als Immaterielles Kulturerbe Österreichs anerkannt ist, werden ebenso Teil der Performance sein, wie die Auseinandersetzung mit Mobilität und Körper, Begegnungen mit Passant*innen und audiovisuelle Kunst im öffentlichen Raum, die für viele unterschiedliche Personen zugänglich und erlebbar gemacht wird. Die Choreographie, in der sich die Fahrer*innen durch die Landschaft bewegen, verbindet und dynamisiert die Schnittstellen aus Performance, Sound Art, Medienkunst und Fahrradgeschichte. Bring dein eigenes Gefährt mit!

Centriphery invites the audience to an exciting cycling performance, which develops its own perspective on the region and the landscape of the Machland, navigating various locations and landscapes and making them into a stage. The bicycle, wheelchair, and other mobile vehicular devices will simultaneously become actors and instruments. Regional traditions such as “Ratschen”, which is recognized as the immaterial cultural heritage of Upper Austria, will also be part of the performance, as the examination of mobility and the body, confrontations with passersby, and audiovisual art in public space that will be made accessible and experienced by many different people at once. The choreography with which the cyclists will move through the landscape will connect and make the intersections between performance, sound art, media art, and bicycle history dynamic.

Centriphery RADschen-Wanderung is created by Conny Zenk (AT), Gustavo Ciríaco (PT), Cornelia Scheuer (AT) and Kalin Serapionov (BG) in cooperation with Theresa Böck, Veronika Mayer, Christian F. Schiller and Petra Sturm.

Events im Rahmen des Festivals der Regionen
Centriphery – RADschen-Wanderung
Juni. und 4., 5. und 6. Juli 19 Uhr
am Donauradweg zwischen Mitterkirchen bis Baumgartenberg

weitere Präsentationen und Radreigen:
28.6. Eröffnung des Festivals der Regionen in Perg

Die Workshops:

RADREIGEN
Workshop mit Petra Sturm und dem Centriphery Team

Reigenfahren war eine um die Jahrhundertwende populäre kollektive Tanzform für das Fahrrad. Gemeinsam mit den Künstlerinnen des Centriphery-Teams, Cornelia Scheuer & Conny Zenk und Radreigen-Expertin Petra Sturm, wird das Reigenfahren für das Festival der Regionen neu aufgelegt und um ein besonderes Vehikel, dem Handbike für Rollstuhlfahrer*innen, erweitert. In Anlehnung an ein historisches Radreigenschulbuch erarbeiten wir gemeinsam mit den Workshop-Teilnehmer*innen neue schwungvolle und inklusive Formationen. Let´s Dance your Bike!

RADschenGrrrls & Synthesizers
Workshop mit Veronika Mayer und Conny Zenk

Schwing dich auf dein Fahrrad, mit Bluetooth-Speaker erforschen wir gemeinsam wie eine Komposition in Bewegung den Raum dynamisiert, wie Klang dadurch gestaltet und verändert werden kann. Wir experimentieren mit der Kombination verschiedener Soundsamples von Ratschen, aber auch elektronische Klänge und zufällige Umgebungsgeräusche werden mit Loops, Klangschichtungen und –verdichtungen verändert – und das alles in Bewegung und auf dem Fahrrad!

Die Workshops werden drei Wochen vor Festivalstart zwischen 10. und 24. Juni in Linz stattfinden.

Anmeldung und weitere Infos:
Conny Zenk, Performance & Workshops: conny.zenk@gmail.com
Monika Mairhofer, Festival der Regionen: mairhofer@fdr.at

Centriphery Ratchet Bike Hike premiered at Festival of the regions 2019.
Pictures by Kalin Serapionov.

Radreigen Workshop

Reigenfahren war eine um die Jahrhundertwende populäre kollektive Tanzform für das Fahrrad. Die Künstlerinnen des Centriphery-Teams, Conny Zenk & Cornelia Scheuer, laden gemeinsam mit Radreigen-Expertin Petra Sturm, zum Reigenfahren, das für das Festival der Regionen neu aufgelegt und um ein besonderes Vehikel, dem Handbike für Rollstuhlfahrer*innen, erweitert. In Anlehnung an ein historisches Radreigenschulbuch erarbeiten wir gemeinsam mit den Workshop-Teilnehmer*innen neue schwungvolle und inklusive Formationen. Let´s Dance your Bike!

Workshop-Proben
Sa. 18. Mai 11 bis 15 Uhr
So. 19. Mai 11 bis 15 Uhr

„Radreigen“ 1922 – Arbeiterinnen / Wien

MIXTUR Festival

NAMES Ensemble & Conny Zenk
26-04-2018 – 20:30 / Fabra i Coats, Barcelona

Mixtur has been founded in Barcelona in 2012 with the aim of contributing to the process of creating, teaching and more extensively distributing contemporary music and sound art intertwined with the science of sound itself and the creative arts.

Marina Iglesias, flute.
Marco Sala, clarinet.
Anna Lindenbaum, violin.
Leo Morello, cello.
Matthias Leboucher, piano.
Marco Döttlinger, electronics.
Conny Zenk, visuals.

  • Du bist Dinge die durch deine Haut leuchten (2017) by Josef Alois Ramsauer (Austria) – 7’ for flute, clarinet, violin, cello and piano.
  • Miniatura (2019) by Ángela Luque (Catalonia) – 3` for clarinet and violin. (Mixtur Composition Workshop Student)
  • Two Circles (2012) by Alvin Lucier (USA) – 20’ for flute, clarinet, violin, cello, piano and sinusoidal waves.
  • Errobi 2 (2008) by Ramón Lazkano (Basque Country) 8` for bass flute, bass clarinet and piano.
  • Treize couleurs du soleil couchant (1978) by Tristan Murail (France) – 12’ for amplified flute, clarinet, violin, cello and piano. (Mixtur Composition Workshop Teacher)

https://mixturbcn.com/en/mixtur-2019/

DMN

We are in danger of becoming victims of informational overload, with very little time left for excursions into our inner world. In our networked age, introspection and reflection are becoming lost arts, and the balance between activity and inactivity is becoming seriously out of sync. (Manfred F. R. Kets de Vries)

In the framework of the multi disciplinary project “Doing Nothing with AI” of Emanuel Gollob in cooperation with Magdalena Mayer.

Video: Conny Zenk
Sound: Veronika Mayer

PULSE

PULSE
04:02 min

Judith Butler unterscheidet in ihrem Werk: Raster des Krieges zwischen frames [Raster] und framing [rastern] (Vgl. Butler, 2009). Nicht, dass die Frage in Pulse dieselbe wäre, nämlich die nach lebenswertem Leben. Dennoch wird verhandelt, inwieweit vorgegebene und vorgebende Raster oder Schemata normieren. Wer oder was wird normiert? Sind es Differenzen, die zu ordnen sind, sodass wir überhaupt erst von Identität sprechen können? Oder sind es Identitäten (im Plural), die kontinuierlich die Unmöglichkeit der Vereinheitlichung (des Rasterns) inszenieren?
PULSE verhandelt diese Fragen auf unterschiedlichsten Ebenen! Einerseits wird das vorgegebene und vorgebende Raster permanent überdehnt. Und trotzdem, es bleibt die beständige und gewissermaßen starre Struktur – oder ein gewaltvoller Akt, die – der zu ordnen ver-sucht. Der Eindringling ist überall präsent: Auf der Soundebene inszeniert ein unaufhörliches und zitterndes Rauschen die Unmöglichkeit der Normierung. Wer stört wen? Das Raster die Identität/en, oder die Identität/en das Raster? Prozesse der Verschiebung, der Entgrenzung und der Widerständigkeit werden auf der Bildebene ausgetragen. Jegliche Versuche der Einschreibung durch die Raster werden durch das was im Hintergrund geschieht in Frage gestellt. Weder Mann noch Frau, weder A noch B, sondern gerade die Parodie der Unlesbarkeit fällt auf die vorgebende Norm/Struktur zurück. Ihre Ordnungsschemata und starren Linien werden unaufhörlich strapaziert und befragt. Es werden keine Kompromisse geschlossen, die Komplizenschaft von Raster und sich einordnen wollenden Gesichtern verschwimmt. Verliert am Ende jegliche Identität ihre Gesichter zugunsten eines normierenden Rasters? Ein Raster das nicht mehr will, als Diejenigen einzuordnen, die nicht eingeordnet werden wollen? Kann ein Ausweg das Werden sein, wie es Deleuze und Guattari in den Tausend Plateauss beschreiben: „Das Werden kann und muß als ein Tier-Werden bestimmt werden, ohne einen Endzustand zu haben, der das gewordene Tier wäre.“ (Deleuze und Guattari, S. 325, 1992). PULSE zeigt mitunter auf, dass es keinen Endzustand gibt, der eine eindeutige, definierbare Seinsweise will (ein endgültiges SO-Sein). Es erlaubt ein Denken und Sehen des Vielleicht, ein hinein geraten in ein Möglicherweise. Es ist ein Erlauben und eine Forderung von und nach fluiden Grenzverläufen und nach Überlagerungen und Entgrenzungen, die überall zugegen sind, vielleicht die einzige Gegenwart sind: Eine unendliche Differenz… Vielheiten.


Video: Conny Zenk
Sound: Veronika Mayer
Text: Ramona Cidej
Translation: Kitti Asztalos

Judith Butler distinguishes in her work: framing of war between frames and framing. (See Butler, 2009). Not that the question asked in Pulse would be the same, namely the life after life. Nevertheless, the extent to which predetermined and predetermining grids or patterns are normalized, is discussed here. Who or what is standardized? Are there differences that need to be arranged, so that we can speak of only identity first? Or are they the identities (in the plural) that continually stage the impossibility of unifying (framing)? PULSE investigates these questions on different levels. On the one hand, the predetermined and predetermining grids are permanently stretched out. And yet, there remains the stable and somehow rigid structure – or a violent act that tries to arrange. The intruder is present everywhere: on the audible level, an incessant and trembling noise stains the impossibility of normalization. Who disturbs whom? The grid of the identity/ies, or the identity/ies of the grid? Processes of displacement, dissolution of boundaries, and resistance are carried out on the visual level. Any attempts to enroll through the grid are challenged by what happens
in the background. Neither man nor woman, neither A nor B, but the parody of illegibility falls back upon the predetermined norm / structure. Their order schemes and rigid lines are continually strained and questioned. No compromises are made, the complicity of frames and framing faces become blurred. Will every identity lose their faces in favor of a standardizing grid? A grid that does not want more than those who do not want to be classified? Can Deleuze and Guattari describe it in A Thousand Plateaus: “Being can and must be determined as an animal becoming, without having a final state which is the animal that has become.” (Deleuze and Guattari, P. 325, 1992). PULSE sometimes shows that there is no final state that wants a definite, definable existing mode (a final state of existance). It allows one to think and see the Perhaps, one in a possible way. It is an allowance and a demand from and to fluid boundaries and after overlaps and boundaries, which are present everywhere, perhaps the only present: an infinite difference … multiplicity.

Ratschenperformance

Die geräuschvolle Klangaktion „rrrr“ wird 2019 als Vorbote zum oberösterreichischen Festival der Regionen und auf Einladung des interdisziplinären Projektes Centriphery wiederbelebt. Lokale InteressentInnen werden am Karfreitag, den 19. April 2019 in Perg zahlreiche unterschiedliche Ratschen aus der Schmiede von Franz Ederer zum Klingen bringen. Ein gemeinschaftliches Experimentieren mit Tradition unter der Leitung des Komponisten Christian F. Schiller und der Künstlerin Conny Zenk.

Treffpunkt ist um 11:00 beim Waldbad Perg, wo die Probe stattfindet. Danach zieht die Ratschengruppe um 13:00 zum Perger Hauptplatz und wird dort für 10 Minuten ihre Performance zum Besten geben.

Alle Leute, groß und klein, sind herzlichst dazu eingeladen!

Festival der Regionen

flickering noise ° migocący dźwięk

Duo Veronika Mayer & Conny Zenk
audio-visuelle Improvisation

Conny Zenk (Visuals) und Veronika Mayer (Elektronik) arbeiten seit 2012 als künstlerisches Duo, in einem fortwährenden gemeinsamen Entwicklungsprozess hinterfragen und erforschen sie dabei ihre audiovisuelle Sprache und ihre Kompositionen ständig neu. Digitale Manipulationen von Geräusch- und Bildsignalen erzeugen klangliche Oszillationen, tiefe Farben und lineare Bewegungspattern – konstant wechselnd, im Moment auf ihre Wirkung abgetastet und in Folge erneut in Verwandlung begriffen.

Veronika Mayer und Conny Zenk realisieren ihre installativen Arbeiten mittels orts-spezifischer und improvisatorischer Herangehensweise. Allen ihren Werken, sowohl improvisierten Live-Performances als auch audiovisuellen Installationen, ist ein starker Fokus auf Zeitlichkeit inne, der durch ihre audiovisuellen Schichten selbst generiert wird.

29. März 2019 – Kolonia Artystów – Gdansk / Poland
30. März 2019 – CoCArt Music Festival – Torun / Poland